VN 03-2 / 2. August 2002, aktualisiert am 25. September  2002

Im Kanton Luzern nagelte ein Landwirt lebende Kr�hen an einen Pfahl

Trinkgeld-Busse 400 Franken

Landwirt Ruedi Stofer in Knutwil/LU nagelte Kr�hen lebend an einen Pfahl. Aufmerksame Mitglieder des VgT und des TBI deckten die Sache auf: Auf einem Spaziergang sahen sie in einem Acker den Pfahl mit angenagelten Kr�hen. Zuerst dachten sie an geschmacklos angenagelte tote Kr�hen. Als sie sich jedoch dem Pfahl n�herten, um zu fotografieren, begannen die Kr�hen zu flattern.

Die Tiersch�tzer l�sten die Kr�hen vom Pfahl, nahmen sie nach Hause zur Pflege und liessen sie nachher frei - und machten bei der Polizei eine Strafanzeige. Gem�ss Tierschutzgesetz wird Tierqu�lerei mit Busse oder Gef�ngnis bestraft. Laut einer heute eingegangenen Strafverf�gung des Amtstatthalteramtes Sursee ist Landwirt Stofer mit vierhundert Franken geb�sst worden. F�r diese tierverachtende Trinkgeldbusse ist Amtsstatthalter Othmar Kost verantwortlich.

Stofer behauptet, er habe die Kr�hen geschossen und nicht bemerkt, dass sie nicht tot seien. Und diese fadenscheinige, v�llig unglaubw�rdige Ausrede hat Amststatthalter Ohtmar Kost offenbar einfach angenommen, ohne die Anzeiger, welche die V�gel befreiten, pflegten und dann freiliessen, nach den Verletzungen zu befragen. Diese h�tten ihm sagen k�nnen, dass die vom Pfahl befreite Kr�he n�mlich gar nicht verletzt war und nach kurzer Erholungszeit, noch am selben Abend, in Freiheit entlassen werden konnte und davon flog!

Da nun aber Stofer gegen�ber den Medien behauptet, er habe die Kr�hen geschossen, hat er das Jagdschutzgesetz missachtet. Der VgT hat deshalb am 6. August 2002 die folgende, neue Strafanzeige eingereicht, um den Herr Amtsstatthalter zum Nachdenken �ber seinen Fehlentscheid mit der Trinkgeldbusse zu bringen. Solche B�rokraten zum Nachdenken zu bringen, ist aber - wie sich dann wieder einmal zeigte - ein hoffnungsloses Unterfangen; diese konzentrieren sich stets ganz darauf, faule Ausreden und Rechtfertigungen zu erfinden.

6. August 2002

An das Amtsstatthalteramt Sursee
Postfach
6210 Sursee

Hiermit erstatte ich Anzeige gegen Landwirt Ruedi Stofer, Bad Knutwil, 6213 Knutwil
wegen Verstoss gegen das kantonale Gesetz �ber die Jagd (Jagdschutzgesetz).

Antr�ge:
1. Es sei abzukl�ren, wo der Angezeigte die Kr�hen geschossen hat und ob es sich um eine erlaubte Selbsthilfemassnahme gehandelt hat. Andernfalls sei der Angezeigte angemessen zu bestrafen.
2. Dem Unterzeichnenden Anzeigeerstatter sei der Schlussentscheid mitzuteilen.

Begr�ndung:

Mit Strafverf�gung vom 21.6.2002 ist der Angezeigte wegen Tierqu�lerei geb�sst worden. Gem�ss Luzerner Zeitung vom 3. August 2002 hat die Frau des Angezeigten ausgesagt, der Angezeigte habe die Kr�hen geschossen, aber nicht bemerkt, dass diese noch lebten.

Zum Abschiessen frei lebender Tiere sind grunds�tzlich nur J�ger befugt. Gem�ss �48 des kantonalen Jagdschutzgesetzes und �37 der Jagdschutzverordnung sind Grundbesitzer in sehr engem Rahmen befugt, in einer Umgebung bis zu 100 m um die bewohnte Geb�ulichkeiten V�gel abzuschiessen.

Der Acker, auf welchem der Angezeigte die Kr�hen an Pf�hle genagelt hat, liegt mehrere hundert Meter vom Hof entfernt (siehe den beiliegenden Planausschnitt). Daraus, dass er angeblich nicht bemerkt haben will, dass die V�gel beim Annageln noch lebten, ergibt sich, dass er diese unmittelbar dort geschossen und angenagelt haben muss. H�tte er die V�gel anderswo geschossen und dann zum Acker hin transportiert, dort den Pfahl eingeschlagen und anschliessend die V�gel angenagelt, ist es undenkbar, dass er nicht bemerkt h�tte, dass die nach Feststellung der Familie Gerritsen (Anzeiger im ersten Verfahren) kaum verletzten Kr�hen noch lebten; die gerettete Kr�he konnte nach kurzer Erholung noch am selben Abend in die Freiheit entlassen werden und flog davon!
Damit ist klar, dass der Angezeigte die Kr�hen unter Verletzung von des kantonalen Jagdschutzgesetzes (148 Abs 1) und der Jagdschutzverordnung (�37 Absatz 5) geschossen, also gewildert hat.

Zudem hat der Angezeigt offensichtlich auch � 48 Abs 3 des Jagdschutzgesetzes missachtet, wonach in Selbsthilfe erlegte Tiere der Jagdgesellschaft herauszugeben sind.

Es kann nicht angehen, dass Landwirte mit geladenen Gewehren in der freien Landschaft herumknallen, V�gel anschiessen und nicht bemerken, dass diese gar nicht tot sind. Um von solchen Machenschaften abzuschrecken, ist der Angezeigte so zu bestrafen, dass eine abschreckende Wirkung erzielt wird, um so mehr als in den Medien �ber diesen Fall berichtet wurde und die ausgesprochene Bagatell-Busse geradezu zur Nachahmung solcher Tierqu�lereien mit lebenden Vogelscheuchen einl�dt.

Mit freundlichen Gr�ssen
Dr Erwin Kessler, Pr�sident Verein gegen Tierfabriken VgT

Der Entscheid von Amtsstatthalter Othmar Kost vom 3. September 2002:

                Die Strafuntersuchung gegen Ruedi Stofer wegen Widerhandlung gegen das Jagdgesetz wird eingestellt.
                Begr�ndung: Stofer habe die Kr�hen innerhalb eines Umkreises von 100 m um seinen Hof erlegt.

"Erlegt" ist gut! Die vom Pfahl befreite und nach kurzer Pflege am n�chsten Tag wieder in die Freiheit entlassene Kr�he war unverletzt. Was m�ssen das f�r korrupte Beamte sein, welche unter solchen Umst�nden eine derart fadenscheinige Schutzbehauptung eines ruchlosen Tierqu�lers, er habe nicht bemerkt, dass die (unverletzt!!!) Kr�he noch lebe, als er sie auf den Acker trug und an den Pfahl nagelte, unbesehen annehmen und eine Trinkgeldbusse aussprechen!

Die notorisch tierschutzfeindliche und verlogene Neue Luzerner Zeitung verschleierte diese korrupten Zust�nde gezielt mit einem halbwahr-einseitigen Bericht.

In der Schweiz werden nicht die Tierqu�ler ins Gef�ngnis geworfen, sondern diejenigen, welche Tierqu�lerei kritisieren: Weil VgT-Pr�sident Dr Erwin Kessler das grausame j�dische und moslemische Sch�chten (rituelles Schlachten bei vollem Bewusstsein) �ffentlich scharf kritisiert hat, ist er wegen angeblichem Antisemitismus zu Gef�ngnis, ohne Gew�hrung des bedingten Strafvollzuges, verurteilt worden (siehe Sch�chtprozess).

Stofer ist �brigens Migros-M7-Schweinez�chter und Biobauer. Dass es unter den Biobauern solche Tierqu�ler hat, kann nicht mehr �berraschen, seit die Gesch�ftsf�hrung der Bio-Suisse �ffentlich das grausame bet�ubungslose Sch�chten bef�rwortet und in der Vernehmlassung zur Revision des Tierschutzgesetzes die Abschaffung der heute geltenden Bet�ubungspflicht beim Schlachten f�r das rituelle Schlachten (Sch�chten) unterst�tzt hat (www.vgt.ch/news2002/020308.htm).


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